Radsportwoche in den Alpen

Zu einer Radsportwoche in den Alpen trafen sich acht Mitglieder des PSV Iserlohn. Ihr gemeinsames Ziel war dabei Nauders in Tirol am Dreiländereck Österreich/Italien/Schweiz. So trafen sich am Freitag 22. Juni Gaby und Peter Rentel, Christine Wiesenberg, Jens Schirmer sowie Petra und Michael Schneider zum Einklang bei einem gemeinsamen Grillabend an der Ferienwohnung. Vorbereitet wurde dieser von Anne Röllmann und Martin Schneider, die schon ein paar Tage früher nach Nauders gekommen waren. Begleitet wurden sie zudem von Martins und Michaels Bruder Manfred Steffens mit seinem Sohn Ruben und von Jens seinen Eltern Marion und Bernd Schirmer.

Der Ort war natürlich nicht zufällig gewählt, den in Nauders fanden die Radsporttage statt. Neben einem bunten Rahmenprogramm stand das 25. Dreiländergiro auf dem Programm, für das sich die Radler angemeldet hatten. Aber bevor selbst in die Pedale getreten werden musste, konnten sich alle spannende Rennen verschiedenster Art ansehen: Unteranderem startete und endete das RATA (Race Across The Alps) an diesem Wochenende in Nauders, ein Langstreckenrennen über die bekanntesten Pässe der Region, oder das Nightrace durch die engen Gassen von Nauders mit seinen Vorläufen.

Am Sonntag hieß es dann pünktlich aufstehen und mit den anderen rund 3000 Teilnehmern an den Start des Dreiländergiros gehen. Während sich Manfred, Martin, Michael, Ruben und Jens für die große Strecke entschieden hatten, wollten Gaby und Christine die kleine Strecke in Angriff nehmen. Beide Strecken führen zu Beginn über den Reschenpass ins Vinschgau nach Prad in Italien. Von dort geht es über das Stilfser Joch mit seinen berühmten Kehren zum Umbrailpass, wo die Schweiz erreicht wurde. Nach der Abfahrt ist dann in Santa Maria Streckenteilung. Hier zweigt die kleine Strecke ab und führt wieder zurück nach Italien. Über den Reschenpass geht es dann zurück zum Ziel nach Nauders. Die große Strecke überwindet als nächstes indes den Ofenpass und führt dann in einem weiten Bogen durch das Inntal im Engadin nach Martina. Dort wartet mit der Norbertshöhe die letzte Herausforderung bis zum Ziel in Nauders. Offiziell sind das dann entweder 168 km mit 3300 Höhenmeter bzw. 120 km mit 2900 Höhenmetern. Nicht zu vergessen der oft vorherrschende Gegenwind im Engadin und den Reschenpass hinauf nach Nauders. Beide „Teams“ hatten sich vorgenommen jeweils zusammen die Strecke zu befahren und sich so gegenseitig zu unterstützen. Mit diesem Anspruch erreichten beide Teams auch wieder sicher das Ziel. Beinahe hätte sogar ein gemeinsamer Zieleinlauf funktioniert. Dank einer starken Gruppenarbeit durch das Inntal fuhren die Herren am Ende nur ein wenig früher als die Damen ins Ziel. Das Finisher-Trikot hatten sich alle redlich verdient, das isotonische Kaltgetränk oder die Pasta natürlich auch. Dank der guten Organisation und großartigen Wetterbedingungen wird diese Veranstaltung den Teilnehmern sicher bestens in Erinnerung bleiben.

Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen der Regeneration, wobei diese sehr unterschiedlich ausgelebt wurde. Während Petra, Michael und Jens lieber eine kleine Umrundung des Reschensees per Rad vornahmen, wanderten Christine, Marion, Anne, Bernd und Martin zum Schwarzer See und Grünsee. Der Rest bevorzugte die Erholung auf der Couch.

Auch am Dienstag wurde vor allem fleißig gewandert. Nur Jens nutzte die Gelegenheit und machte einen Abstecher zum Albulapass, den er wegen dessen spektakulärer Kulisse unbedingt noch einmal befahren wollte.

Groß angepriesen war dann für Mittwoch der Yakauftrieb mit Reinhold Messner im nahegelegenen Sulden. Dieses Schauspiel wollten sich Christine und Familie Schirmer einmal aus der Nähe ansehen. Auf acht Yaks kamen dabei geschätzte 300 Wanderer. Die Werbemaschine hatte also gut funktioniert. Mit Herrn Messner vorweg ging es dann in seiner typischen Art hinauf zur Mittelstation der Seilbahn Sulden. Dort konnte man, sofern man energisch genug war, ein Autogramm ergattern. Bis dahin hatte sich das Feld der Wanderer zwar dank des Anstiegs etwas gelichtet, dennoch war den vieren ein Weitergehen lieber, als dort länger zu warten. Der frische und kühle Wind war einfach nicht einladend genug. Die vier gönnten sich dann lieber einen schönen Cappuccino an der Bergstation der Seilbahn ehe es mit selbiger wieder hinab ging. Den steilen Abstieg wollte man sich sparen, denn es waren zuvor auf gleichen Wege immerhin gut 900 Höhenmeter auf nur 6 km zu überwinden. Leider versteckte sich der nahe Ortler, mit ~ 3900 m der höchste Berg der Region, hinter tiefhängenden Wolken.

Zeitgleich hatten Anne und Martin sowie Manfred und Ruben leider schon den Heimweg antreten müssen. Die verbleibenden vier schnappten sich ihr Rad und fuhren den zweiten Teil der großen Girostrecke noch einmal ab. Vom Ofenpass ging es über Zernez durch das Inntal und dann über die Norbertshöhe zurück nach Nauders.

Der Donnerstag war mehr geprägt vom durchwachsenden Wetter. Die geplante Radtour musste kurzentschlossen stark verkürzt werden. So blieb es nur bei einer Umrundung des Reschensees. Familie Schirmer hatte im Vinschgau etwas mehr Glück und bewanderte für die Region typische Waalwege. Hierbei handelt es sich um künstlich angelegte Wasserläufe, die der Bewässerung der Felder in der Region dienen.

Am Freitag ging es dann auch für die verbleibenden Urlauber wieder zurück in die Heimat. Es war eine abwechslungsreiche und schöne Woche in den Alpen, die allen Beteiligten viel Spaß und Freude bereit hat.